Preisträger des Wilhelm-Busch-Preises

Wilhelm-Busch-Preis 2011

Portrait Ernst Kahl

 

 

 
 

 

 

 

 
 

 

 

 

 
 

Katharina Thalbach hält Laudatio auf den Preisträger Ernst Kahl

Wilhelm-Busch-Preisträger 2010/2011 ist Ernst Kahl. Das norddeutsche Multitalent wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten Kulturpreis am Mittwoch, 1. Juni, in Stadthagen (Kreis Schaumburg) ausgezeichnet. Vorgänger Kahls als Busch-Preisträger sind F. W. Bernstein, Loriot und Robert Gernhardt. Die Laudatio an diesem Abend hielt Katharina Thalbach.

Mit dem Wilhelm-Busch-Förderpreis für humoristische und satirische Versdichtung wurden in diesem Jahr Barbara Bürger, Antje Mesdag und Fritz Hans Rückel geehrt. Der Förderpreis ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert.

Die Hauptpreis-Jury, bestehend aus Martin Sonntag, Achim Frenz und Christoph Oppermann, würdigte in ihrer Begründung vor allem die Vielfachbegabung des Künstlers sowie die Maßstäbe, die Kahl (Jahrgang 1949) in Kunst und Komik bislang gesetzt hat. Wörtlich hieß es in dem Text der Preisrichter: "Ernst Kahl ist ein brillantes Multitalent. Er besticht als Maler, Zeichner, Objektkünstler, Autor, Drehbuchautor, Filmemacher, Geschichtenerzähler, Hörbuchsprecher, Songschreiber und Musiker.

In seinem vielfältigen Oevre definiert Ernst Kahl nicht nur den Begriff der Komik neu, sondern auch den Begriff der Kunst. Als Entwickler und Avantgardist erschafft er neue Welten, die in ihrer Spannweite Raum und Zeit verschränken und althergebrachte Grenzen nicht kennen. Diese einmalige Fähigkeit verdankt Ernst Kahl einerseits seiner hanseatisch-dänischen Prägung, die ihn den weiten Horizont und ungezügelte Perspektive lehrte, andererseits dem frühkindlichen, prägenden Studium Wilhelm Buschs.

Er ist Feingeist der Hochkomik und gleichzeitig Beherrscher der Abgründe. Denn fasziniert er eben noch als warmherziger Tröster, wandelt er sich in Sekundenschnelle zum derben Analytiker. Ähnlich Wilhelm Busch ist dieser Spagat für Ernst Kahl ein Leichtes, da seine altruistische, künstlerische Haltung auf einem freien Weltbild, einem fundierten Wissen und einem unerschütterlich klaren Blick auf das Ganze fußt.

In seiner Meisterschaft in Vers, Wort, Bild, Klang und Objekt spielt er zwischen Opulenz, Pracht und Erhabenheit sowie Kuriosem, Skurrilem und Bizarrem und spannt seine Themen dabei vom Menschlichen und Tierischen über das Kulinarische und Zwischengeschlechtliche bis zum Politischen.

Der anarchistische Traditionalist ist Freund von Mensch und Tier und soll als solcher auch zitiert werden: ,Ein Herz aus Gold / und Muskeln aus Stahl. / Ihr habt einen Freund, / und der heißt Ernst Kahl.' "

Stifter des Wilhelm-Busch-Preises und des Wilhelm-Busch-Förderpreises sind die Sparkassenstiftung Schaumburg, die "Schaumburger Landschaft" sowie die Schaumburger Nachrichten, die zur Mediengruppe Madsack (Hannover) gehören. Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 1. Juni, 19:30 Uhr, im Saal des Ratskellers in Stadthagen, Am Markt 1, statt. Die Moderation übernahm Bernd Gieseking.

to